Muskelkrankheiten
Muskelerkrankungen machen sich dadurch bemerkbar, dass sich Muskelverschmächtigungen und
Muskelschwächen in unterschiedlichen Regionen darstellen, beispielsweise im Bereich des Beckengürtels.
Zugrunde liegt eine gestörte Signalübertragung zwischen Nerven und Muskelzellen. Ursachen sind
häufig Erbfaktoren. Die Diagnose wird u.a. bei der klinischen Untersuchung gestellt. Weiterhin wird
durch die Elektromyographie die elektrische Aktivität der Muskulatur überprüft. Zusätzlich
werden im Blut Muskelenzyme untersucht, evtl. auch eine Gewebeprobe der Muskulatur entnommen.
Die Behandlung wird überwiegend mit Krankengymnastik ausgeführt. Zur Ergänzung kann
auch eine eiweißreiche Nahrung hilfreich sein.
Bei der belastungsabhängigen Muskelschwäche (Myasthenie)
liegt eine erhöhte Ermüdbarkeit der Muskulatur vor, die durch Belastungen auslösbar
ist. Häufig beginnt diese Muskelschwäche mit Doppelbildern, die unter Belastung
auftreten und geht manchmal in eine generelle Muskelschwäche über. Ursache dieser
Muskelschwäche ist eine gestörte Reizübertragung zwischen Nerv und Muskel, die
durch ein gestörtes Immunsystem hervorgerufen wird. Die Diagnose der
belastungsabhängigen Muskelschwäche wird durch die klinische Untersuchung
und die Erhebung der Vorgeschichte gestellt. Weitere Aufschlüsse ergeben
sich in der Elektromyographie und auch in der Elektroneurographie, zusätzlich
finden sich im Blut spezielle Antikörper. Die belastungsabhängige Muskelschwäche
wird medikamentös behandelt, weiterhin wird das Immunsystem ebenfalls medikamentös
stabilisiert.
Die entzündlichen Muskelkrankheiten äußern sich durch
eine plötzlich auftretende Muskelschwäche, beispielsweise im Becken- oder
Schultergürtelbereich. Die Muskulatur ist druckschmerzhaft, manchmal treten
auch Hautveränderungen (Rötungen) auf. Zugrunde liegt ein gestörtes Immunsystem.
Die Diagnose wird u.a. durch eine Laboruntersuchung der Immunkörperchen,
weiterhin auch der Muskelenzyme sowie der Elektromyographie und auch der
Muskelgewebeprobe gesichert. Zur Behandlung werden Medikamente eingesetzt,
manchmal auch in Verbindung mit Medikamenten, die das Immunsystem stabilisieren.
Erbliche Muskelkrankheiten (Muskeldystrophien)
Bei dieser Gruppe der Muskelerkrankungen liegen erbliche Faktoren
zugrunde. Der Verlauf der Erkrankung und auch die zugrunde liegenden
Erbfaktoren sind unterschiedlich. Die Erkrankung macht sich bemerkbar
durch eine Schwäche in unterschiedlichen Muskelgruppen,
beispielsweise im Bereich des Schultergürtels oder des
Beckengürtels. Durch eine genetisch bedingte Störung des
Muskelstoffwechsels entstehen die entsprechenden Muskelschwächen.
Mittlerweile sind auch molekular-genetische Untersuchungen möglich,
um die Störung genauer zu erfassen. Weiterhin kann die Bestimmung der
Muskelenzyme im Serum Aufschluss geben, auch die Elektromyographie.
Zusätzlich kann auch eine Muskelbiopsie (Gewebeprobe der Muskulatur)
sinnvoll sein.
Zur Therapie wird insbesondere Krankengymnastik eingesetzt. Zur
Ergänzung ist häufig auch eine eiweißreiche Ernährung sinnvoll.